Checkliste - hier ist die jeweils aktuelle Version.

Dieser Bereich soll LehrerInnen unterstützen, einen Seilgarten nach dem Kriterium "für Schulklassen geeignet" zu checken.

Checkliste - hier ist die jeweils aktuelle Version.

Beitragvon techadmin » So Nov 02, 2008 1:40 am

Begleitbrief zur Checkliste:
Nicht nur im schulischen Umfeld werden Seilgärten in zunehmenden Maß als Einrichtungen mit hohem pädagogischem Wert erkannt. Sie ermöglichen Grenzerfahrungen und stellen Herausforderungen dar, deren Bewältigung stark positive Einflüsse auf das Selbstwertgefühl Jugendlicher haben, ohne dabei ein übermäßiges Risiko für die Schülerinnen und Schüler zu beinhalten. Dadurch stellen sie eine geeignetes Instrumentarium dar, den Forderungen des Lehrplans gerecht zu werden (Sekundarstufe II:
„Aufsuchen und selbsttätiges Bewältigen von herausfordernden Bewegungssituationen und dabei die persönlichen Grenzen und Verhaltensweisen erfahren, ausloten und reflektieren; Gefahren
einschätzen und situationsgerecht handeln“).
Auf Grund des ministeriellen Rundschreibens 1/2009 (Punkte 4.2 und 6.3) hat der Leiter / die Leiterin einer Schulveranstaltung die Sicherheit sowie die Legitimation/Qualifikationen anbietender Organisationen zu prüfen. Um die Lehrkräfte bei dieser Aufgabe zu unterstützen und Gefahrenpotentiale zu minimieren, wird beigefügt eine Checkliste übermittelt, die vor Benützung eines Seilgartens mit Schüler/innen vom Betreiber der Einrichtung wahrheitsgemäß ausgefüllt und dem Leiter / der Leiterin der Veranstaltung zur Verfügung gestellt werden muss.
Sind die von den Seilgartenbetreibern zurückgemeldeten Daten nicht zufrieden stellend, hat eine Benützung des Seilgartens zu unterbleiben.

_____________________________________________________________

Checkliste schülergerechter Seilgarten
Für alle Hochseilgärten/Ropes Courses/Abenteuerparks usw.:
1 Gibt es ein Erstabnahmeprotokoll (Erstinspektion) gemäß EN 15567 Teil 1 UND Teil 2 durch eine unabhängige Prüfstelle?
Name der Inspektionsstelle: _________
2 Gibt es ein Wartungs- und Folgeinspektionsprotokoll (wenn die Anlage älter als 1 Jahr ist)?
3 Sind die Trainer gemäß ERCA-Standards ausgebildet?
4 Gibt es ein Protokoll der PSA-Überprüfung ( (Gurte, Helme, Sicherungssets, Seile, ...)?
5 Sind Erste-Hilfe-Ausrüstung sowie Rettungsausrüstung vorhanden?
6 Wird jedes Mal bei jedem Einstieg in den Parcours die Sicherheitsausrüstung (Gurte, Helme, Verbindungsmittel) nach dem Vieraugenprinzip gecheckt?

Zusätzlich für Abenteuerparcours (Adventure Park, ...): ..
7 Gibt es einen Einschulungsparcours („Prüfstrecke“), wo die Teilnehmer/innen durch eine/n Trainer/in kontrolliert werden (körperliche, technische, disziplinäre Eignung)?
8 Kann von jeder Stelle des Hochseilgartens Kontakt mit den Trainer/innen hergestellt werden?
9 Gibt es ein Sicherungssystem, bei dem eine Komplettaushängung technisch verhindert wird? Wenn ja, dann weiter zu „Flying Fox“ (Frage Nr.11 ff), wenn nein, ab Frage 10 weiter
10a Stehen die Teilnehmer/innen bei sämtlichen Umhängestellen auf einer Plattform (so dass sie sich nicht in Kletterstellung umhängen müssen)?
10b Ist für kleine Teilnehmer/innen gesorgt, so dass sie keine Probleme mit dem Umhängen haben?
10c Gibt es Sicherheitsregeln, wie z.B. „Man darf die Karabiner immer nur mit einer (der selben) Hand umhängen
10d Werden diese Sicherheitsregeln durch Traineriner/innen sofort korrigiert?
10e Ist gewährleistet, dass verwarnte Schüler/innen (z.B. durch andere Trainer) identifiziert werden können (z.B. sichtbar durch Warnjacke,...)?
10f Werden „Sanktionen“ bei wiederholtem Verstoß verhängt (zurück an den Start, Ausschluss)?
10g Bei Volksschüler/innen: Können die Trainer/innen jederzeit physisch eingreifen?
10h Bei Schüler/innen der Unterstufe: Stehen die Schüler/innen unter laufender Beobachtung durch TrainerInnen?
10i Bei Oberstufe: Kann von jeder Stelle des Hochseilgartens Kontakt mit den Trainer/innen hergestellt werden?

Zusätzlich für Flying Fox (Zip Line) -> Wird ein Flying Fox benützt?
11 Ist die Verbindung zur Rolle lang genug, so dass die Schüler/innen nicht in die Rolle oder auf das Seil greifen können?
12 Ist eine passive Bremse vorhanden?
13 Gibt es ein Konzept gegen Frühstarts/Kollisionen?
14 Sind die Landezonen gegen Betreten gesichert, so dass es keine Kollisionen mit auf dem Boden stehenden Personen geben kann?
15 Sollte man die Plattformen/den Boden mit dem Schwung erreichen: Sind die Plattformen mit Matten gesichert? Ist der Boden mit dämpfendem Material ausgestattet (Rindenmulch,...)

Name des Betreibers: Datum, Ort:
[/u][/i]

Fußnote:
1 Die Euronorm EN15567schreibt lediglich eine Überprüfung gemäß Teil 1 (Konstruktion) vor, Unfälle sind aber häufig auf Mängel in Teil 2 (Betrieb) zurückzuführen. Deswegen ist eine fachliche Überprüfung des Betriebes gefordert.
2 Die ERCA ist der Europäische Hochseilgartenverband (Leading Body), hat die für die Branche gültigen Standards veröffentlicht und betreibt ein Zertifizierungssystem für Inspektionsstellen
3 Siehe ERCA-Standards für Ausbildung. Vgl. BMUKK-Rundschreiben 1/2009
Zuletzt geändert von techadmin am Do Okt 04, 2012 5:43 pm, insgesamt 18-mal geändert.
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Beitragvon Walter » Di Sep 22, 2009 12:11 am

siehe auch diesen Thread zur Richtlinie des BMUKK:
http://rcforum.netfreehost.com/viewtopi ... um=rcforum
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Diskussionsanregung

Beitragvon Stefan Betz » Do Okt 15, 2009 6:27 am

Morgen,

vielleicht sollten wir sie noch weiter entwickeln. Im Kern ist sie richtig und gut - nur werden viele Fachbegriffe benutzt, die meinen Kollegen nichts sagen.

Darüber hinaus wäre für mich auch die pädagogische Kompetenz der Trainer ein Kriterium.

Vielleicht würde auch ein einheitliches Qualitätssiegel mit der Bezeichnung Schulgerechter Hochseilgarten weiterhelfen.

Vielleicht öffnen wir mal das Post, dass jeder seine Erfahrungen/Probleme mit Schulklassen und auch Lehrern beschreibt, so dass wir sehen wo Unsicherheiten seitens der Kunden, Sicherheitsprobleme, Kommunikationsprobleme oder ähnliches Bestehen. Keine Fallbesprechungsgruppe, sondern Dinge die immer wieder auffallen.

Vielleicht könnte man so ein FlyerHandout designen, dass HSG's freiwillig auslegen könnten, so dass die Lehrer auch etwas an der Hand hätten. ( Das mögen wir ganz gerne.)

Persönlich denke ich, dass viele Unsicherheiten bestehen, und manche Lehrer die Verantwortung gerne abgeben und sich ihrer eigenen da nicht mehr ganz bewusst sind. Ebenfalls fällt es mir auf, dass viele Lehrer mit der Situation auch selber schon überfordert sind und von daher gar nicht mehr auf ihre Schützlinge oder die Gesamtsituation reagieren können. Ebenfalls fällt es vielen sportlichen Kollegen schwer, sich den 120kg Hauptschüler im HSG vorzustellen mit all seinen Problemen.

Bin mal gespannt...

Stefan
Stefan Betz
 

Ergänzung der Checkliste

Beitragvon Frank Macha » Do Okt 15, 2009 9:51 pm

Hallo Zusammen,
hab einen Ergänzungsvorschlag

- Sind die Trainer gemäß ERCA und / oder IAPA-Standards ausgebildet

Viele Grüße
Frank
Frank Macha
 

Beitragvon BigBoldMan » Fr Okt 16, 2009 12:03 pm

Tach zusammen.

Die Unfallkassen in Nordrhein-Westfalen haben eine Broschüre zum Thema "Seilgärten" verfasst. Neben den Inhalten Nutzung und Bau, gibt es auch eine mehrseitige Checkliste für Lehrkräfte, anhand derer der Seilgarten an sich und der Besuch darin bewertet werden kann.

Da ich keine Urheberrechtsverletzung begehen möchte, mag sich doch ein jeder und eine jede die Broschüre selbst herunterladen. Die entsprechende Checkliste beginnt bei Seite 48.
Und hier kommt der Link zu dem rund 3,4 MB großen pdf-Dokument:
http://unfallkasse-nrw.de/index.php?eID=tx_mm_bccmsbase_zip&id=3311758344ad84776ab0b3
Warum selber machen, wenn es schon einen guten Grundstock gibt?
Bis dahin
Jürgen
BigBoldMan
 

Beitragvon Stefan Betz » Fr Okt 16, 2009 12:44 pm

Diese PdF Datei birgt für mich wieder das Problem, wie geht ein Materiefremder damit um....
Stefan Betz
 

Materiefremder

Beitragvon Frank Macha » Fr Okt 16, 2009 2:17 pm

Hallo Stefan,
vor der Beurteilung schonmal das Dokument durchgelesen?
Manchmal ist es sogar ganz gut, wenn jemand von "außen" in das Tun reinschaut. Vielleicht schaut derjenige ja mit den Augen des Kunden?
And by the way: Wer sagt Dir, das dieses Dokument von Materiefremden erstellt wurde?
Beste Grüße
Frank
Frank Macha
 

Beitragvon Stefan Betz » Fr Okt 16, 2009 2:24 pm

Ich habe gar nicht gesagt, dass ein Materiefremder das entwickelt hat, ich habe gemeint, dass Lehrer die da nicht drinstecken Probleme haben.

Das PdF ist nicht schlecht, aber für Lehrer too much, da sind Infos drin mit denen sie nichts anfangen, (DIN irgendwas, Norm sowieso...), das liest doch keiner nach.
Stefan Betz
 

Beitragvon Frank Macha » Fr Okt 16, 2009 3:40 pm

Sorry! Missverständnis.
Beste Grüße
Frank
Frank Macha
 

Beitragvon Stefan Betz » Fr Okt 16, 2009 7:18 pm

passt scho....
Stefan Betz
 

Chekliste

Beitragvon sabin » Sa Okt 17, 2009 8:25 am

Hallo,

im Grunde finde ich die PDF gut und ausführlich. Allerdings nur für Denjenigen, der sich auskennt und entweder im Seilgarten arbeitet, einen betreibt oder ein interessierter Pädagoge der mit seilgesicherten Übungen arbeitet.
Ich schließe mich Stefan an, ich glaube nicht, dass ein Lehrer tatsächlich alles vollständig liest - viel zu viel Info!
Es ist ja schon schwierig dem Lehrer zu vermitteln, wie wichtig die Nutzungshinweise von jedem einzelnen Schüler sind. Ein Nutzungshinweis (Gesundheitscheck) hat eine Seite!

Gruss aus dem verregneten Franken
Sabin
sabin
 

Beitragvon BigBoldMan » So Okt 18, 2009 9:16 am

Au weia,

naja, eigentlich wollte ich ja auch nur die Checkliste zur Diskussion stellen, bzw. diesem Diskussionsstrang hinzufügen. Das eine Lehrkraft im Regelfall weder über die technischen Hintergründe verfügt, die in den entsprechenden Kapiteln angezeigt werden, finde ich ja erst mal völlig in Ordnung. Aber gerade auch die Hinweise zur pädagogischen Nutzung empfinde ich als wertvoll für die Lehrerin oder den Lehrer. Vor allem bei der immer stärkeren Nutzung von Abenteuerparks im Gegensatz zu Team- oder pädagogisch ausgerichteten Hochseilgärten.

Aber grundsätzlich gehen wir wohl d'accord, dass das gesamte pdf weder hier im Diskussionsstrang, noch im Unterricht was verloren hat.

Bis dahin
Jürgen
BigBoldMan
 

Beitragvon Walter » Mo Okt 19, 2009 12:13 am

... in Franken regnet es? Gestern bin ich in Saalfelden im Schnee gestapft.
Danke für die rege Diskussion! Ich bin zuversichtlich, dass da was gutes herauskommt.
Ein paar Beiträge deuten auf Missverständnisse hin.
Ich möchte daher ein paar Dinge klären, so wie ich sie verstehe:
1. Lehrer sollen sich nicht um Sicherheitsfragen kümmern (müssen), sondern um pädagogische. Dafür engagieren sie externe Anbieter. Der Fragebogen soll den Lehrern diese Aufgabe abnehmen. Lehrer brauchen den Fragebogen eigentlich gar nicht zu lesen. Er dient NICHT den Lehrern als Checkliste, sondern den Betreibern. Die müssen ihn verstehen und ausfüllen.
2. Der Fragebogen in der (m.E.) hervorragenden Arbeit in NRW weicht eigentlich kaum von diesem hier ab. Nur, dass er die Abnahmen gemäß EN 15567 außer Acht lässt und viele Bereiche abfragt, die dort vorausgesetzt sind. Dieser Fragebogen hier geht davon aus, dass die meisten Punkte durch eine (fachkundige) Abnahme gemäß Teil 1 + Teil 2 abgedeckt wird. Im Fragebogen werden Punkte abgefragt, die über die EN hinaus gehen.
3. Ich denke, dass Lehrer die pädagogische Kompetenz persönlich besser abschätzen können als jeder Fragebogen. Ich bin zwar kein Lehrer, aber in diesem Punkt würde ich deren Fachkompetenz und Erfahrung vertrauen.
3. Label... würde lange dauern, bis so etwas Wirklichkeit wird. Ich halte diesbezüglich viel von einer Liste hier im Internet. Die kann erstens die Sicherheit und zweitens die pädagogische Eignung des Personals beschreiben. Und sie kann ab morgen funktionieren.
4. Die Idee, einen Thread hier zu eröffnen, halte ich für gut.
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Beitragvon techadmin » Mo Okt 26, 2009 8:01 pm

Der erste Post in diesem Thread stellt die jeweils letzte Version des Fragebogens dar. Ein wesentlicher Punkt ist das Vieraugenprinzip, das aufgenommen wurde.
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Die Aktuelle Version ist online!

Beitragvon Walter » Sa Dez 20, 2014 1:46 pm

[url]
http://www.alpinesicherheit.at/de/Krite ... enanlagen/[/url]

Sie wurde von einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Österreichischen Kuratorium für Alpne Sicherheit erarbeitet.
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