Bemekrenswertes Gerichtsurteil zum Thema Kontrolle

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Bemekrenswertes Gerichtsurteil zum Thema Kontrolle

Beitragvon Walter » Di Dez 15, 2009 5:11 pm

Eine Teilnehmerin folgte nicht der Aufforderung, Schmuck abzulegen und verletzte sich durch den Fingerring den Finger.
Die Essenz aus diesem Urteil (Rechtssprechung Deutschland):
Man muss nicht nur darauf achten, dass alle die Anleitung gehört und verstanden haben, sondern muss auch kontrollieren, ob sie eingehalten werden.

Es drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass man nach diesem Urteil nicht die Mündigkeit der erwachsenen Teilnehmer voraussetzen darf.

http://www.siebert.at/start/en15567/fin ... urteil.pdf
Zuletzt geändert von Walter am Sa Dez 19, 2009 1:25 am, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Frank Macha » Fr Dez 18, 2009 11:04 am

Vorrausgesetzt der Trainer hat die TN ausdrücklich auf das Ablegen des Schmucks hingewiesen, bleibt mir hier nur Kopfschütteln.
Grüße
Frank
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Bemerkenswertes Urteil

Beitragvon sabin » Fr Dez 18, 2009 5:52 pm

Ich habe sofort meinen Trainern die pdf. geschickt, mit dem Hinweis und Muss, für die nächste Saison auch die Ringe an den Fingern entfernen zu lassen und vor dem Aufstieg noch einmal kontrollieren.

Ich möchte nicht, dass einer meiner TrainerInnen in solch eine Situation gerät.

Vielen Dank Walter, für die wichtige Nachricht.

Grüße
Sabin
sabin
 

Hoffentlich gehen die in Revision

Beitragvon Thorsten » So Dez 20, 2009 11:41 am

Hallo,

ich habe diesen Treat mit Kopfschütteln gelesen und auch alle unsere Trainer/innen per Mail informiert.

Ich hoffe dass der Beklagte gegen dieses Urteil Revision einlegt.

Wenn dieses Urteil vorm OLG bestand hat, wo soll das hin führen?

Müssen wir als nächstes die Kunden nach verdeckten Piercings mit Metalldetektor absuchen?

Servus

Thorsten
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Beitragvon Walter » Mo Dez 21, 2009 2:30 am

Soweit mir bekannt ist, wurde auf Rechtsmittel verzichtet. Somit ist unbekannt, wie das der OGH beurteilt hätte.
Leider.
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Beitragvon Mathias » Mo Jan 04, 2010 9:31 am

Hallo Walter,
von welchem Gericht (AUT oder D?) wurde denn das Urteil gefällt?
Mathias
 

Beitragvon Walter » Mo Jan 04, 2010 1:29 pm

Deutschland.
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weiteres Gerichtsurteil

Beitragvon Walter » Mo Mai 03, 2010 11:58 am

In einem weiteren Gerichtsurteil in Deutschland (noch nicht rechtskräftig) wurde klar, wie wichtig alles Schriftliche ist.
Insbesondere war wichtig, dass jeder Trainer eine persönliche Checkliste hatte, was in der Einschulung gesagt werden muss. Es war auch erkennbar, dass diese Listen benutzt wurden.

Ich kann das auch aus vielen Erfahrungen bestätigen: Ich empfehle dringend, nach der Einschulung kurz die Checkliste hernehmen und nachschauen, ob man alles gesagt hat.
Ich empfehle:
Geht Eure Dokumentation durch auf Vollständigkeit gemäß Normen.
Macht für jede/n Trainer/in eine persönliche Checkliste, benutzerfreundlich zur Arbeit vor Ort. Auf die Rückseite kann man die Notfallprozeduren (Tel.-Nummern, ...) schreiben.
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Schade dass dieses noch erwähnt werden muss

Beitragvon Thorsten » Mi Mai 12, 2010 10:40 pm

Hallo Walter,

ich habe heute nach langem mal wieder ins Forum geschaut.

Manchmal frage ich mich was in anderen Hochseilgärten so abgeht.

Das meiste hier beschriebene sollte doch für jeden eine Selbstverständlichkeit sein.

Bis zur Einstellung unseres Betriebes hingen an den Stellen, wo die Kunden eingewiesen werden derartige Checklisten für jeden sichtbar. Die Kunden mussten eine andere Liste (ausführlichere) unterschreiben.

Ebenso wie Dein Hinweis , dass Cowtails nicht so ohne weiteres verlängert werden können.

Im Notfallrucksack war eine Liste mit allen wichtigen Telefonnummern und SOP´s.
Das Gleiche im Materiallager.

Ich verstehe es nicht.

Vielleicht kann mich ja mal jemand aufklären

Danke

Thorsten
(mittlerweile nicht mehr Garmisch-Partenkirchen)
Thorsten
 

Beitragvon sabin » Do Mai 13, 2010 6:37 am

........weil der Trend "keine Selbstverantwortung übernehmen", vor einigen Jahren noch nicht bei uns oder wenig vorhanden war. Der Trend aber bei uns angekommen ist.
Für Betreiber die schon sehr lange dabei sind, ein Umdenken erforderlich ist - weil sie es , wie die Tendenz momentan ist, in solch einer Form nicht kennengelernt haben.

Da rede ich auch von mir - ich bin auch schon sehr lange dabei, und fange erst jetzt an, wirklich noch so jede Kleinigkeit zu dokumentieren (dank dir, Walter) - für die treuen langjährigen Trainermitarbeiter manchmal nicht ganz nach zu vollziehen.
Übrigens für mich in gewissen Dingen auch nicht - aber der Trend sagt mir eben was anderes.

Also, nicht so streng bewerten, sondern denjenigen einfach ihre Zeit der Neuorientierung lassen und den guten Willen sehen, qualitativ und professionell arbeiten und sich verändern zu wollen und dieses auch TUN!

Liebe Grüße
Sabin
sabin
 


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